Arbeitsunfähigkeit vs. Arbeitsfähigkeit

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Krank?- Ich doch nicht. Unfair, oder doch nicht? Es gibt Kollegen/Mitarbeiter, die gefühlt ständig krank sind, während andere vor Gesundheit strotzen. Krank ist, wer nicht in der Lage seiner Arbeit nachzugehen oder sie die Genesung verhindert. Es ist natürlich auch nicht sinnvoll zur Arbeit zu kommen, wenn andere aus Angst vor Ansteckung einen weiten Bogen, um die Bazillen- und Bakterienschleuder machen müssen. Wer krank ist, ist krank. Das ist auch gut und absolut legitim. Die Arbeitsunfähigkeit ist in Unternehmen trotzdem ein ewiges Thema. Es werden Listen erstellt, regelmässige Studien durchgeführt – Warum, wie lang, wie häufig gehen Krankmeldungen ein. Studien belegen, dass mehr als die Hälfte aller Beschäftigten mindestens eine Arbeitsunfähigkeit hatte. Man muss nicht sagen, dass das natürlich auch mit erheblichen Kosten verbunden ist. Sei es für das Unternehmen durch Arbeitsausfälle, Produktionsausfälle und nicht zu vergessen- die Doppelbelastung für die Kollegen. Die Leistungsbezüge der Krankenkasse drohen auch regelmässig zu steigen. Also es gibt genug Gründe, sich darüber zu ärgern und Druck auf die Mitarbeiter auszuüben. Wer krank ist, ist eine Belastung fürs Unternehmen. Darum quält man sich auch schon das eine oder andere mal zur Arbeit. Wer ist nicht schon mit dicker Nase und krächzender Stimme bei der Arbeit erschienen?

Wenn aus der Krankheit eine Studie wird

Aber wenn man den Studien Glauben schenken darf, dann sind genau solche Ausfälle gar nicht das Problem der Krankenstände. Es sind vielmehr die Krankheiten, die einen längeren Arbeitsausfall verursachen. Zu nennen sind da zum einen die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems an erster Stelle, gefolgt –je nach Studie- Krankheiten des Atmungssystems und psychische Erkrankungen, die auch gleichzeitig die längste und kostenintensivste Erkrankung darstellt. Wenn man sich die Studien anschaut, dann kann man über die Arbeitsunfähigkeit viele Daten finden, diverse Tabellen anschauen und verschiedenste Mutmassungen über die Ursachen finden. Aber warum muss man sich so ausgiebig mit der Arbeitsunfähigkeit befassen und womöglich Unmut und Angst vorm Krank sein verbreiten? Wäre es da nicht viel gescheiter, sich der Arbeitsfähigkeit zu widmen? Es gibt weniger Studien darüber, warum es welche gibt, die sich nie/selten krankmelden, also einfach nicht krank werden. Dabei ist das doch eine viel schönere Studie. Aber woran mag es denn nun liegen, dass jemand gesünder bzw. arbeitsfähiger ist als andere? Liegt es an der Lebensweise? Ernährung? Sport? Persönlicher Umgang mit Belastungen und Stress? Also was ist bei denen anders, als bei denen, die eher labiler sind und diese Fähigkeiten nicht haben?

Arbeitsunfähigkeit vs. Arbeitsfähigkeit

Dann beschäftigen wir uns doch mal mit der Arbeitsfähigkeit. Bei der Arbeitsfähigkeit geht es um die „Summe von Faktoren, die eine Frau oder einen Mann in einer bestimmten Situation in die Lage versetzten, eine gestellte Aufgabe erfolgreich zu bewältigen.“ Es gibt also verschiedene Faktoren, die dafür verantwortlich sind, dass eine Arbeit erledigt werden kann. Nur weil jemand seine Arbeit nicht schafft, heisst es nicht, dass er arbeitsunfähig ist. Es hängt vielmehr mit den Anforderungen, der Gestaltung und den Bedingungen am Arbeitsplatz und Unternehmen zusammen, ob und wie die Arbeit bewältigt werden kann. Machen sich Unternehmen darüber Gedanken? Was kann getan werden, um die Arbeitsanforderungen den Möglichkeiten und der Arbeitskraft anzupassen, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten? Anders oder einfacher ausgedrückt: Welche Arbeit entspricht den körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Fähigkeiten? Die Frage danach, ob der jetzige Arbeitsplatz auch tatsächlich der richtige ist, ist dabei sicher angebracht. Das Unternehmen kann dabei direkten Einfluss nehmen und jeden seiner Mitarbeiter dabei unterstützen, wenn es sich auf folgende Handlungsfelder konzentriert:

  • Gesundheitsvorsorge (z.B. durch regelmässige Check-Ups das Bewusstsein fördert)
  • Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und Kompetenzentwicklung (z.B. durch Fort- und Weiterbildungsangeboten)
  • Führung, Betriebsklima und Arbeitsorganisation (gesunde, mitarbeiterorientierte Führung, Einbindung der Mitarbeiter in Unternehmensentscheidungen
  • Arbeitsbedingung (z.B. durch individuelle Arbeitsplatzgestaltung, freie Arbeitszeitenregelung)

Das ist natürlich eine große Aufgabe fürs Unternehmen und sicher nicht leicht alles so ohne weiteres umzusetzen, aber es ist sicher schon eine Frage der Einstellung und der Unternehmensführung, sich der Gesundheit zu widmen, statt sich ständig mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Es ist doch viel angenehmer sich und die Mitarbeiter so zu entwickeln und zu fördern, dass es allen ermöglicht wird, ihre Arbeit ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechend auszuführen. Dann kann man sich vielleicht zukünftig die Studien über die Arbeitsunfähigkeit sparen und sich lieber der Fragen widmen, was man im Unternehmen noch alles tun kann, um die Mitarbeiter und Arbeitsfähigkeit weiter zu fördern und zu erhalten.

Wie würden Sie sich eine Studie über die Arbeitsfähigkeit vorstellen? Was sollte Ihrer Meinung nach in der Studie auftauchen und untersucht werden? Oder ist diese Sichtweise zu blumig, zu optimistisch?

Geben Sie uns dazu gerne Ihr Feedback. Wir sind gern die ersten, die sich an den neuen Studien beteiligen.:)

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